Stel­lung­nahme des Vor­stan­des und der Gemeinschaft

Herbstein, den 24.01.2026

In den ver­gan­ge­nen Tagen haben uns Rückmeldungen zu einer Ver­an­stal­tung erreicht, die an
unse­rem Ort angekündigt wurde. In die­sem Zusam­men­hang erschien in der Redak­tion des
LOMIT (News­let­ter-For­mat der Lohel­and Stif­tung) eine Ent­schul­di­gung für ein redak­tio­nel­les
Fehl­ver­hal­ten, nach­dem der Flyer für diese Ver­an­stal­tung dort bewor­ben wurde. Auf­grund der
gewähl­ten For­mu­lie­run­gen konnte der Ein­druck ent­ste­hen, der Phö­nix­berg sei der Ver­an­stal­ter
die­ser Ver­an­stal­tung und diese ent­sprä­che nicht dem Kin­der­schutz­auf­trag. Diese
Stel­lung­nahme dient der sach­li­chen Klarstellung.

Wir dan­ken den Men­schen, die sich mit Fra­gen, Irri­ta­tio­nen und Rückmeldungen an uns
gewandt haben. Ebenso dan­ken wir der Lohel­and Stif­tung für ihre Reak­tion, durch wel­che die
Bri­sanz und Sen­si­bi­li­tät des The­mas noch­mals deut­lich gewor­den ist. Die Rückmeldungen
ver­ste­hen wir als wich­ti­gen Bei­trag zur Pro­fes­sio­na­li­sie­rung unse­res noch jun­gen
Ver­an­stal­tungs- und Her­bergs­be­triebs. Auch wir ler­nen aus die­sem aktu­el­len Umstand und
wer­den Ein­mie­tun­gen und Ver­an­stal­tun­gen im Vor­hin­ein noch genauer prüfen, ins­be­son­dere
dann, wenn wir diese im Rah­men unse­rer Öffent­lich­keits­ar­beit ankündigen oder sicht­bar
machen.

Wich­tig ist uns klar­zu­stel­len, dass der Phö­nix­berg nicht Ver­an­stal­ter die­ser Ver­an­stal­tung ist.
Die inhalt­li­che Kon­zep­tion, Durchführung und Ver­ant­wor­tung lie­gen voll­stän­dig bei den
jewei­li­gen Veranstalter:innen. Unsere Rolle beschränkt sich auf die Ver­mie­tung der Räume und
unse­res Plat­zes im Rah­men unse­res Herbergsbetriebs.

Unab­hän­gig von der aktu­el­len öffent­li­chen Dis­kus­sion überprüfen und schär­fen wir unsere
inter­nen Pro­zesse im Umgang mit exter­nen Ein­mie­tun­gen sowie deren Sicht­bar­ma­chung in
unse­rer Öffent­lich­keits­ar­beit. Uns ist dabei wich­tig, künftig noch kla­rer und trans­pa­ren­ter
zwi­schen der Rolle des Phö­nix­bergs als Ver­an­stal­tungs­ort und der inhalt­li­chen Ver­ant­wor­tung
exter­ner Anbieter:innen zu unter­schei­den, um Erwar­tun­gen an Rolle und Ver­ant­wor­tung
nach­voll­zieh­bar zu machen und Miss­ver­ständ­nis­sen vor­zu­beu­gen.
Wir ermög­li­chen sehr gern Ver­an­stal­tun­gen an unse­rem Platz, deren Ziel­set­zun­gen unter
ande­rem dar­auf aus­ge­rich­tet sind, Selbstwertgefühl, Selbst­wahr­neh­mung und einen
wert­schät­zen­den Umgang mit dem eige­nen Kör­per zu för­dern, da wir diese Ziel­set­zun­gen als
wich­tig erach­ten und teilen.

Zugleich distan­zie­ren wir uns klar von Ver­an­stal­tun­gen, Kon­zep­ten oder For­ma­ten, die dem
Kin­der­schutz­auf­trag wis­sent­lich und bewusst ent­ge­gen­lau­fen. Maß­geb­lich sind für uns
Selbst­be­stim­mung, das eigene Ent­wick­lungs­tempo von Kin­dern sowie der Schutz von Würde
und kör­per­li­cher wie see­li­scher Integrität.

Uns ist bewusst, dass Fra­gen rund um Kör­per­wis­sen, Sexu­al­päd­ago­gik und den Schutz von
Kin­dern der­zeit in einem stark pola­ri­sier­ten gesell­schaft­li­chen Dis­kurs ver­han­delt wer­den.
Unter­schied­li­che kul­tu­relle, welt­an­schau­li­che und poli­ti­sche Deu­tungs­rah­men ste­hen sich
dabei gegenüber und führen zu sehr unter­schied­li­chen Bewer­tun­gen ähn­li­cher
Ver­an­stal­tun­gen. Vor die­sem Hin­ter­grund hal­ten wir eine beson­ders sorg­fäl­tige,
dif­fe­ren­zie­rende und nicht pau­scha­li­sie­rende Betrach­tung für not­wen­dig. Die Aner­ken­nung
die­ser Span­nung ersetzt keine sach­li­che Prüfung, macht aber deut­lich, dass Miss­ver­ständ­nisse
nicht allein aus Inhal­ten, son­dern auch aus kul­tu­rell gepräg­ten Erwar­tungs­ho­ri­zon­ten ent­ste­hen
kön­nen.

Uns ist es ein Anlie­gen, gegen­sei­ti­ges Ver­ständ­nis zu för­dern und so zu einem
wert­schät­zen­den Mit­ein­an­der bei­zu­tra­gen. Daher hof­fen wir, dass diese Dar­stel­lung einen
Bei­trag zur Klä­rung der auf­ge­wor­fe­nen Fra­gen leis­ten konnte, und ste­hen für einen wei­te­ren
Aus­tausch gern zur Verfügung.

Katha­rina Kümmel und Judith Laker
Vor­stand der Phö­nix­berg e.G.
im Namen der Phö­nix­berg Gemeinschaft


Stel­lung­nahme her­un­ter­la­den (PDF)